Palyon's Schreibhöhle

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    • Palyon's Schreibhöhle

      Goodbye Aion - Welcome Back.


      Ein Jahr und sechs Monate ist es nun her, da packte ich meine Sachen, steckte sie in den Würfel, rief meine Miols zu mir und ging ohne wirklichen Abschied von meiner Legion und meinen Freunden weg. Ich suchte in Tiamaranta das Nichts. Fand es aber nicht. Ich ging in den Abyss und fand wieder – Nichts. Wohin ich auch ging; ich vermochte kaum meine Ruhe zu finden. Nach zwei Stunden der erfolglosen suche erstarrte ich plötzlich und verschwand. Es war, als ob jemand den Stecker gezogen hätte. Ich fiel in einen tiefen Schlaf, aus dem ich nicht mehr aufwachen wollte – oder konnte.

      „Anstregend, viel zu anstregend ist diese grinderei.“ hörte ich mich selbst sagen. „Die Community ein einziger Haufen von Idioten, Scammern und Flamern.“ fügte ich noch hinzu. Wahnsinn. Wie konnte ich es überhaupt aushalten so lange zu spielen – unter diesen Umständen? Spaß machte Aion ja, aber irgendwann gab es eine Grenze. 4.0 sollte die Erlösung sein... war sie aber nicht. Nur ein weiteres Trostpflaster auf einem Flickenteppich von einer gequälten Seele, die dieses Spiel von ganzen Herzen liebte – und so schrecklich es auch klang – die Community. Aber es musste ein Schlussstrich gezogen werden. Die Schule verlangte es von mir. Irgendwie auch Ich von mir. >Uninstall?< fragte mich mein Computer und ich drückte auf >Yes<. >> Goodbye Aion. <<

      Ein Jahr rauschte vorbei ohne, dass ich auch nur das Gefühl hatte etwas tolles zu erleben. Roboter ähnlich gehen die Menschen miteinander um. „Du hast die Note 1? Super! Du bist was. Hochschulzugangsberechtigung und Unibeitritt überall möglich“ - so hätte es klingen können. Hatte es aber nicht. Normaler Mensch, normale Noten. Input? Egal. Der Output muss stimmen. Zusammengehörigkeit unter Schülern – Menschen – wo? Jeder nur am hecheln und schleimen nach guten Noten. Scheiß auf die Mitleidenden. Alkohol, Rauschmittel und am besten sonst noch alles was die Sinne betäubt einflößen, damit man den Umständen entfliehen kann. Oder Kreativ werden. Die Noten schaffen. Die Ziele zu erreichen - egal ob es die eigenen, oder die der Eltern waren. War das wirklich das, was man – ICH – sich von der realen Welt erhofft hatte?

      MMOBAS – der neue Hype, der neue Trend. Jeder spielt. Egal wer. Nerd, Püppi, Model, der harte Ficker von nebenan. Egal. Sollten nicht auch hier mal alle zu Zusammengehörigkeit finden? Immerhin ist alles vertreten... Das Leben lehrte mich: „Fuck you.“ >Competitive. Toxic.< sollen die Schlagwörter für die folgenden sechs Monate sein. Komisch. Ist ja doch wie im 'Real Life'. Keiner scheißt sich was um irgendwen. Wollten wir nicht zocken um gleichgesinnte zu finden; um Spaß zu haben?

      Stille verschwindet. Rauschen stellt sich ein. Es wird immer lauter. Ein seltsamer Ton erreicht meine Ohren. Ich schaue mich um. Schwarz. Überall... Schwarz. Wo bin ich? Langsam verschwindet der Zustand und das Bild vor meinen Augen füllt sich mit Farbe. Details über Details. Gespräche. Gelächter. Gerumple... woher kommt das? Ein Roboter artiges Wesen zieht an mir vorbei und schmeißt mich infolge dessen um. „HE!“ rief ich ihm hinterher und die einzige Antwort kommt in meinem Kopf zurück. „Sorry. War nicht meine Absicht. Äthertechs sind halt nunmal nicht klein und können auf jeden aufpassen.“ Äthertechs? Bitte was?!

      Ich versuche aufzustehen. Es funktioniert nicht. Ich nehme mir Zeit und sehe mich um. Sanctum. Erinnerungen werden in meinem Kopf aufgerufen. Handel. Daeva. >>Schüsse?<< Nein, das passt nicht. Vor meinen Augen zieht eine magische Kugel vorbei. Sie fliegt in Richtung eines Stoffträgers. Mit einer Harfe. >>Einer Harfe?<<. Wie lange hatte ich geschlafen? Was war alles geschehen?

      Ich drehe mich um, um noch mehr zu erfahren von diesem Ort. Plötzlich stoppe ich. Dieses Wappen, dass an meiner rechten Schulter befestigt ist, kommt mir bekannt vor. Ein Schildwappen mit einigen Schnörkeln nach außen hin. >>Diamond<< schießt es mir durch den Kopf. So heißt – oder hieß – meine Legion. Ich zeichnete ein >>G<< mit meinen Fingern in die Luft und prompt erscheint eine Schriftrolle mit den Legionsinformationen. Wie ich es mir gedacht hatte. Leer. Nur noch ich war verblieben. Der Rest war auch verschwunden. In einer klaren Schrift steht etwas von einem >>Teamspeak Server<<. Was ist das? Ich lehnte mich zurück und versuchte nachzudenken.


      >>Teamspeak IP: xxxxxxxxx.net, Nickname: Palyon, Password: keins<< ich bestätigte und setzte mein Headset auf. Niemand da. Doch. Einer war da. Ich jointe dem Channel und erkundigte mich nach den anderen Legionsmitgliedern. Alle hatten zu anderen Spielen gewechselt. Ich rede mit meinem ehemaligen Legionsmitglied. Es war erfrischend wieder einen gleichgesinnten zu treffen. Nach zwanzig Minuten des Gesprächs jointe eine weitere Person dem Channel. Wieder ein ehemaliges Legionsmitglied. Wieder eine Konversation. Erneut jointe jemand dem Channel. Wieder ein ehemaliges Legionsmitglied. Man sprach über dies und jenes. Nichtiges und wichtiges. Eigentlich wie früher. Über alles. Ich fand heraus, dass dieser Teamspeak Server immernoch von den ehemaligen Mitgliedern – Freunden – benutzt wurde. Über die folgenden Wochen traf ich wieder meine gleichgesinnten (ehemaligen) Mitspieler. Es war egal, dass sie nun nicht mehr Aion spielten. Wir hatten etwas geschaffen, das wie ein Band war. Und es hielt auch nach so langer Zeit der Abstinenz. Freude kam in mir auf, denn ich bemerkte, dass ich hier etwas gefunden hatte, dass ich im 'RL' so lange gesucht hatte: Seelenverwandte. Und jede Unterhaltung fühlte sich gut an.

      Ich fing erneut das spielen von Aion an, denn ein paar Leute fanden sich sogar noch, die es wieder spielen wollten. Wie lange? Egal. Die Hauptsache war, dass man sich wieder gefunden hatte.
      >> Welcome back - Aion <<

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    • Wenn ich einen Typ hinzufügen soll, bitte per PN schreiben.
      Ihr könnt auch selber über einen Typ schreiben und ich füge ihn dann mit Vermerk ein.
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      Community


      Scammer

      Ich laufe durch Sanctum und auf einmal schießt an mir jemand auf einem Brett vorbei. Sieht schnell aus. Sicherlich bequemer als laufen. Woher hat er das? Den Namen konnte ich noch erhaschen, flüstere ihn an. Er bietet mir einen Handel an: „Hoverboard Geschenk gegen 250 Millionen Kinah“. Aha. Ich prüfe meinen Kinah-Stand. 300 Millionen. Gut, das mach ich. Immerhin muss ich meine Füße schonen. Und was ist schon Geld im Vergleich zu einem bequemeren Leben? „Zwei Minuten, dann handeln wir.“ Ich warte.

      Wir treffen uns schließlich vor dem Postkasten. Ich habe einen Beutel mit den Kinah in der einen Hand, doch seine beiden Hände sind leer. Das ist doch kein Handel. „Müssen Freunde sein, dann kann ich dir das schenken. Ist irgendwie eine Sicherheitsmaßnahme.“ Bitte was? Okay... >>Wollen sie mit XXX befreundet sein?<< >>Ja.<< Erledigt. „Also. Die Kinah, dann kommt das Teil gleich per Post. Kannst mir vertrauen.“ Nun gut, denke ich mir. Wird sich schon nicht so viel in knapp zwei Jahren verändert haben. Man konnte jedem bei jedem Handel vertrauen. Ich gebe ihm die Kinah. Plötzlich springt er auf sein Hoverboard und schießt davon. Ich versuche ihn anzuschreiben; was das soll. Die Kinah waren schwer erarbeitet. Er ignoriert mich. Diese Bekanntschaft endete wie sie anfing, jemand schoss vorbei. Mein Vertrauen in andere erlosch zugleich.


      Flamer

      Ich bin in Nord-Katalam, mache eine tägliche Aufgabe an einer Garnison. Ich zaubere meine Gletscherscherbe auf ein Monster, das ich benötige. Eine Sekunde bevor die Gletscherscherbe vom Himmel fliegt eine Kugel auf das Monster. Konnte ich ja nicht sehen kommen. Das Monster stirbt, ich sammle meine Gegenstände und plötzlich donnert es los. Ein Hagel an Schimpfwörtern, die keiner Rezitation bedürfen, kommt vom Himmel geflogen. Grund? Ich solle doch aufpassen, denn ich habe ein Monster gestohlen. Wie bitte? Antwort? Erneuter Schimpfwörter, die nur noch gesteigert wurden. Wusste nicht einmal, dass das noch möglich war. Notiz fürs nächste mal: lieber herum rufen und fragen, ob jemand denn nicht ein Monster vor mir angegriffen habe. Bevor er da war. Oh, Aion.


      Selbst ernannte Götter

      „Ich bin so gut... Ariel, Azphel, Tiamat und Beritra könnten gegen mich kämpfen und ich würde immer noch gewinnen. Wer bist du? Ach bitte. Deine Ausrüstung ist so schlecht, da kann ich nur darüber lachen. Jeder meiner Ausrüstungsgegenstände hat das Maximum erreicht. Ich habe das Maximum erreicht. Niemand kann mir das Wasser reichen.“
      /Inspect → Level 65. 50er Abyss Rüstung +10. Schwinge? Keine vorhanden.
      Bloß blöd, wenn das Ego größer, als das Vorhandene Equipment ist.


      Kind ones

      Mensch. Schon wieder Asmodier. Und gleich wieder sechs Stück. Bin doch alleine... Zisch. Klirr. Vorbei. Tot. Ich bleibe liegen, denn der Obelisk kann auf mich warten. Die Asmodier sind weg und ein Kleriker läuft vorbei und wiederbelebt mich. „Brauchste ein bisschen Hilfe bei den Quests? Ist nicht so easy, wenn sich schon wieder der nächste Zerg bildet.“ Warum nicht?
      Quest Nr. 1? Check. Quest Nr. 2? Check. Mann, geht das zu zweit einfach.
      Schon wieder diese Asmodier? Ich fange an zu zählen. Zwölf. Oh wie prächtig. „Renn mal lieber“, schlage ich vor. >>Großgeneral XXX hat Wächter-General Verwandlung benutzt<<. Zwölf Asmodier tot. Hatte ich nicht ganz erwartet. „Danke Mann, wäre nicht nötig gewesen.“ „Ach was, ich kann ja nicht jeden einfach sterben lassen. Wir Elyos sollten zusammenhalten. Brauchste sonst noch hilfe?“
      Komisch. Ich dachte diese „Spezies“ der Daeva wäre ausgestorben. Jedenfalls ist sie sehr selten vertreten, stelle ich fest.
    • Oh Mann :rofl:
      Ich hab den Text jetzt schon dreimal gelesen, weil er mir so gefällt.
      Es ist nur zu wahr, was du da beschreibst, was an sich sehr bedauerlich ist.
      Dennoch konnte ich einfach nicht aufhören zu schmunzeln. Du hast es gut beschrieben mit viel Wortwitz und einer gesunden Portion Selbstironie. Deine Art mit Worten zu jonglieren, ist sehr erfrischend.
      Toll :bravo: